Skitouren der BSG
Am 4. Februar 1984 startete die erste Skitour der BSG.
59 Skiläuferinnen und Skiläufer machten sich mit Bus und Pkw auf den Weg nach Weisswald im Pitztal, um im Hotel „Berghaus Seppel“ gemeinsam eine Woche im Schnee zu verbringen. Die Bustour war das Ergebnis der vorangegangenen Winter, in denen sich immer mehr Gleichgesinnte zunächst per Pkw zu einem gemeinsamen Skiurlaub zusammenfanden.
Es war ein Zufall, dass Winnie Welsch seinen alten Freund Herbert Knieper als Busfahrer gewinnen konnte. Das Interesse war jedoch so groß, dass der Bus allein nicht ausreichte und deshalb gleichzeitig einige Pkws eingesetzt werden mussten.
Hatte Winnie zur Einstimmung auf die Tour noch allen Teilnehmern viel Schnee, sonniges Wetter und einen angenehmen Aufenthalt gewünscht, so meinte es „Petrus“ mit dem Schnee etwas zu gut. Ab Mitte der Woche herrschte Chaos: es fielen Unmengen an Schnee, links und rechts des Hotels rauschten die Lawinen ins Tal und tiefste Winterlandschaft umgab das Hotel. Die Pkws waren nur noch mit Schaufeln und Stöcken zu finden. Sie waren im wahrsten Sinne des Wortes eingeschneit. Es begann eine Zeit der Prüfung für die gesamte Gruppe. Langsam aber sicher gingen die Vorräte – insbesondere Bier und Zigaretten – aus. Grundnahrungsmittel brachte der Hubschrauber. Hängen gebliebene Tagesbesucher mussten mit dem Nötigsten (Wäsche, Hygienemittel usw.) versorgt werden. Die Wartezeiten wurden vor dem Fernseher (Olympiade in Sarajevo), mit Kartenspielen, Stricken, Tischtennis, Landeplatz für den Hubschrauber herrichten, Schneebar bauen und ähnlichem, überbrückt.
Nach zwei Tagen hatte der Spuk von oben ein Ende, es herrschte traumhaftes Wetter, aber das Tal war weiterhin zu. Zu Fuß machten sich die Skifahrerinnen und Skifahrer auf ins Skigebiet und verbrachten herrliche Skitage.
Auch am Samstag, dem geplanten Abfahrtstag, war das Tal noch durch die vielen Lawinenabgänge gesperrt. Zwar kamen zögerlich die Geräusche der Räummaschinen und Kettensägen näher, aber erst am Montagabend um 20.00 Uhr konnte Winnie das Kommando zur Abfahrt geben.
Damit hatte „natürlich“ niemand gerechnet und ein wildes Packen der Koffer begann. Einige wollten es immer noch nicht glauben, dass diese „schöne Zeit“ zu Ende sein sollte. Durch hohe Schneewände fuhr Herbert die Gruppe sicher ins Inntal und erst am Dienstagmorgen erreichte der Bus das Gelände des Ministeriums – pünktlich zum Dienstantritt.
Damit war die Skitour der BSG BML geboren. Für viele wurde die jährliche Teilnahme zur Pflichtübung, und die Busplätze waren schnell ausgebucht. Jede Tour hatte ihre eigenen Highlights – dies wiederzugeben, würde sicher ein ganzes Buch füllen und viele schöne Erinnerungen aufleben lassen.
Die ausgesuchten Skigebiete und Quartiere wurden und werden regelmäßig in zwei aufeinander folgenden Jahren angefahren. Die 27 Touren führten uns bisher nach
1984/1985 Weisswald/Pitztal
1986/1987 Lanersbach/Tuxertal
1988/1989 Kappel/Paznauntal
1990/1991 Pettneu/Arlberg
1992/1993 Rasen/Kronplatz
1994/1995 Altenmarkt: Sportwelt „Amade“
1996/1997 Vandans/Montafon
1998/1999 Nauders/Reschenpass
2000/01/02 Vigo di Fassa/Südtirol
2003 Schladming/Dachstein
2004/2005 Altenmarkt: Sportwelt „Amade“
2006/07/08 Kirchberg/Kitzbühel: Wilder Kaiser – Brixental
2009/2010 Fulpmes/Stubaital
Herbert hat mit einer Ausnahme immer den Bus gelenkt: lediglich einmal konnte er mit einer gebrochenen Hand (nach einem Sturz beim Reinigen seines Busses) nicht das Steuer übernehmen. Er musste einen Vertreter ranlassen und hat sich zu Hause telefonisch auf dem Laufenden halten lassen. Auch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat es niemand geschafft, bei allen Touren dabei zu sein. Seit der zweiten Fahrt ist Doris Meller/Rönn regelmäßig dabei und kommt somit wie Herbert auf 26 Touren. Winnie Welsch hat die Skitour 25 Jahre organisiert; neben ihm können auch Eiko Lübbe und Reinhard Schiffner auf ein Silberjubiläum zurückblicken. Nach Winnie's Silbertour hat Georg Jäger in 2009 erstmals die Organisation der Skitour übernommen.
Zur Tradition der Tour gehört inzwischen, dass sie jeweils in der letzten Woche des Januars stattfindet. In diesem Jahr feierte auch Herbert seinen Geburtstag mit uns. So ist inzwischen trotz wechselnder Teilnehmer (insgesamt über 300 Personen) eine kleine Familie gewachsen, in die auch immer wieder Neue schnell integriert werden.
Die Skifahrerinnen und Skifahrer finden sich üblicherweise in kleinen Gruppen mit 5 bis 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen, die sich insbesondere nach sportlichen Interessen, Können und Kondition abstimmen, so dass niemand überfordert wird. Am Nachmittag wartet Herbert dann mit Glühwein und anderen Getränken sowie Wurst und Käse zur Stärkung nach einem ausgiebigen Pistentag.
Zu einem wichtigen Kriterium für die Hotelwahl ist inzwischen ein ansprechender Wellnessbereich geworden, damit nach einem sportlichen Tag auf der Piste die Entspannung, insbesondere in der Sauna, nicht zu kurz kommt. Schließlich bieten sich auch immer wieder Gelegenheiten für gesellige Abende wie Eisstockschießen, Hüttenabend mit nächtlicher Rodelabfahrt, Pferdeschlittenfahrt oder Tanzabend.
Getrieben vom sportlichen Ehrgeiz und ausgestattet mit guter körperlicher Kondition erfolgten An- und Abreise mit einer Nachtfahrt, so dass fast acht volle Skitage zur Verfügung standen. Doch mit den Jahren wurden hier Abstriche gemacht: so erfolgt weiterhin die Anreise als Nachtfahrt, damit die ganz Eifrigen die Pisten schon am Tag der Ankunft in Angriff nehmen können. 61/2 Tage auf der Piste reichen dann aber auch. Die Rückfahrt wird inzwischen am Samstag nach dem Frühstück angetreten. Am Vorabend gibt's den traditionellen Abschluss mit einem musikalisch aufbereiteten Rückblick auf die Begebenheiten einer ausgelassenen Skiwoche.
Nähere Informationen gibt Georg Jäger (Tel.: 0228 99 529 3843, Mail: georg-ludwig.jaeger@bmelv.bund.de).