Das Tischtennisturnier fand bei optimalen äußeren Bedingungen statt. Die Tischtennisspieler teilten sich mit den Volleyballern die Sporthalle der FH Bund, die durch eine herabgelassene Wand abgetrennt war. Dort spielten wir an 4 Tischen zuerst ein Mannschaftsturnier mit 3 Mannschaften. Da davon auszugehen war, dass Österreich und Deutschland die stärksten Mannschaften stellten und die Spannung über den Turniersieg möglichst lange aufrecht erhalten werden sollte, spielten zunächst Österreich gegen Ungarn und anschließend Deutschland gegen Ungarn. Ungarn war in beiden Spielen chancenlos und verlor jeweils deutlich mit 6:0, sodass es zum erwarteten Endspiel zwischen Deutschland und Österreich kam. Bereits die Anfangsdoppel bestätigten, dass es spannend werden würde, denn die beiden deutschen Topspieler Peter Bohlen und Carsten Ibel unterlagen dem österreichischen Doppel Zbigniew Fraczyk und Günter Weber in 4 Sätzen. Den Ausgleich erzielten jedoch umgehend Herbert Weinandy und Helmut Frohn gegen Traude Weiss und Helmut Gaunersdorfer, nicht zuletzt weil die beiden Österreicher mit dem Materialspiel von Herbert Weinandy große Mühe hatten. Die etatmäßige Nr. 3 der deutschen BSG-Staffel, Uli Schwickert, beschränkte sich auf die Turnierleitung und wirkte beim Mannschaftsturnier nicht aktiv mit. Es blieb weiter spannend, denn trotz gutem Offensivspiel verlor Carsten Ibel sein Einzel gegen Zbigniew Fraczyk in drei knappen Sätzen. Peter Bohlen wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann ungefährdet gegen Günter Weber. Mit dem offenen Spiel von Helmut Frohn kam Traude Weiss deutlich besser zurecht als zuvor im Doppel. Ihre technische Überlegenheit konnte sie ein ums andere mal zu Punktgewinnen nutzen und Helmut Frohn begann – wie so oft – mit dem Schicksal zu hadern und verlor zunächst seinen Spielfluss und dann das Spiel. Herbert Weinandy dagegen zeigte eine souveräne Leistung gegen Erwin Kohl, der nur im Einzel eingesetzt wurde, und so stand es schließlich 3:3. Es spielten nun die beiden besten Tischtennisspieler der vergangenen Sportlertreffen gegeneinander: Zbigniew Fraczyk und Peter Bohlen. In einem packenden und hochklassigen Spiel siegte Peter Bohlen im 5. Satz mit 11:9. Damit war schon eine Vorentscheidung gefallen. Carsten Ibel erhöhte gegen Günter Weber schnell auf 5:3 und es war letztlich an Herbert Weinandy, gegen Traude Weiss den 6:3 Sieg perfekt zu machen. Trotz eines 2:0 – Satzrückstandes kämpfte er sich mit klugem Spiel in die Partie zurück und gewann den 5. Satz mit 11:8. Somit Endstand:
- Deutschland
- Österreich
- Ungarn
Nach dem Mittagessen begann das Einzelturnier. Die 3 Topspieler einer jeden Nation sowie die Nr. 2 der Österreicher wurden gesetzt, alle anderen Spieler hinzugelost. So kam es im Achtelfinale zu der rein deutschen Begegnung zwischen Uli Schwickert und dem bis dahin noch unbesiegten Herbert Weinandy. Uli Schwickert, der als klassenhöherer Spieler trotz Trainingsrückstands klarer Favorit war, konnte sich nach holprigem Beginn letztlich sicher für das Viertelfinale qualifizieren. Dort war jedoch für ihn in einem einseitigen Spiel gegen Zbigniew Fraczyk schon Endstation. Letztlich setzten sich in allen Viertelfinalspielen die Favoriten durch, auch wenn Helmut Frohn das Kunststück gelang, gegen Peter Bohlen einen Satz zu gewinnen. Im ersten Halbfinalspiel standen sich die beiden Österreicher Zbigniew Fraczyk und Günter Weber gegenüber. Zbigniew Fraczyk zeigte eine souveräne Leistung und gewann glatt. Mehr Mühe hatte im zweiten Halbfinale Peter Bohlen gegen Carsten Ibel. In einem kräftezehrenden Spiel gewann Peter Bohlen zwar auch in 3 Sätzen, jedoch waren die Ballwechsel deutlich umkämpfter. Im erwarteten Endspiel standen sich nun wieder Peter Bohlen und Zbigniew Fraczyk gegenüber und man war gespannt, ob Peter Bohlen seinen knappen Sieg aus dem Mannschaftsturnier wiederholen könnte. Zbigniew Fraczyk spielte mit veränderter Taktik: Kam er mit seinen Angriffsschlägen nicht direkt zum Punkt, brach er den Angriff ab und baute ihnneu auf. Für Peter Bohlen bedeutete dies eine enorme Laufarbeit. Schon etwas müde durch die vorangegangenen Partien, insbesondere durch das Halbfinale gegen Carsten Ibel, erhöhte sich seine Fehlerquote und er verlor das Match in 4 Sätzen. Diesmal war also Zbigniew Fraczyk der Sieger. Endstand:
1. Zbigniew Fraczyk
2. Peter Bohlen
3. Günter Weber
Carsten Ibel
Direkt im Anschluss an das Einzelturnier wurden die nationengemischten Doppel ausgelost. In zwei Gruppen wurde zunächst jeder gegen jeden gespielt. In der Gruppe A setzten sich die beiden deutsch-österreichischen Doppel Weber/Ibel und Weiss/Bohlen gegen das deutsch-ungarische Doppel Káldy/Weinandy durch. In der ausgeglicheneren Gruppe B schafften dies die österreich-ungarische Kombination Kiss/Fraczyk und die deutsch-ungarische Paarung Kölcsey/Schwickert gegen das deutsch-österreichische Doppel Kohl/Frohn. Im Halbfinale zeigte sich, dass die Gruppe A deutlich spielstärker war, so kam es im Endspiel erneut zu der Partie Weber/Ibel gegen Weiss/Bohlen. Einen spektakulären Ballwechsel erlebten die Zuschauer, als Günter Weber aus der Bedrängnis heraus den Ball so mit der Schlägerkante traf, dass dieser in hohem Bogen knapp hinter dem Netz landete und ohne Schlägerberührung von Weiss/Bohlen wieder auf die Seite von Weber/Ibel sprang. Durch den unkontrollierten Schlag hatte der Ball einen ungewöhnlichen und nicht zu berechnenden Drall bekommen. Den Regeln entsprechend bedeutete dies einen Punkt für Weber/Ibel. Aber auch Weiss/Bohlen waren von dem Ball begeistert. Letztlich gewannen Weber/Ibel knapp aber verdient mit 3:1 Sätzen. Endstand:
1. Günter Weber / Carsten Ibel
2. Traude Weiss / Peter Bohlen
3. Zsoltan Kiss / Zbigniew Fraczyk
Thomas Kölcsey / Uli Schwickert